Costa Rica – San Jose – Luxus in einem Schwellenland


Wohin es gehen soll? 800m südöstlich von der Plaza Rolex. Schon kurven wir durch San José. Die Frontscheibe ist total beschlagen, es regnet in Strömen. Zum Abschied kriegt der Taxifahrer von mir dann gleich einen ganzen Monatslohn (umgerechnet CHF 80.-) anstelle der CHF 8.- auf die Hand gedrückt. Aller Anfang ist schwer und da ich daran glaube, dass alles im Leben aus einem bestimmten Grund passiert, betrachte ich diesen Vorfall als grosszügige Entwicklungshilfe und einen Lehrzettel für mich. Dem Tipp Papa´s folgend akzeptierte ich die grosszügige Einladung eines ehemaligen Schulfreunden und jetziger Director einer international Schweizer Stiftung für Entwicklungshilfe mit Sitz in Costa Rica. Wegen umfangreichen geschäftlichen sowie sozialen Verpflichtungen ist er durch die Woche jedoch meist ausser Haus. Seine Frau, Denise, kümmert sich deshalb liebevoll um mich. Kulturschock im Schwellenland? In den Umständen in denen ich hier leben darf, trifft mich eher der Erkenntnisschock wie ähnlich sich das Leben der Reichen rund um den Globus gestaltet. Im Unterschied zu der Schweiz geschieht hier jedoch alles bewacht und hinter Gittern, zu gross das Gefälle zwischen Arm und Reich, zu gross die Verlockung der Armen mittels Eigenjustiz finanzielle Fairness einzufordern. Jeden Morgen geht Denise in einen der vielen Clubs Tennis oder Golf spielen. Die riesigen Club Anlagen zeigen sich im grossszügig, prunkvollem Stil. Umgeben sind sie von paradiesischen Gärten. Es wimmelt von Personaltrainern, die versuchen unförmige Körper mittels Wassergymnastik in Form zu bringen. Auch ein ein paar aufstrebende Jungtalente mit privat Coach versuchen hier ihr Glück. Mich jedoch dürstet es nach der Authentizität des Alltags. Ein einfaches kaltes Bier in einer lokalen, relaxten Spunte… Ich will das Land spüren! Welche Probleme, Gedanken und Träume schweben in den Köpfen der breiten Bevölkerung? Schliesslich sind es Sie die dieses Land tragen. Also mache ich mich auf ins Zentrum und spaziere durch die Strassen. Tierschutz scheint hier fernab zu sein. In einer Tierhandlung finde ich, eingepfercht in winzigen, sterilen Käfigen, lauter zitternde, veraengstige Hunde. Noch viel mehr als in New York fühle ich mich hier wie ein Alien. Auch wenn alles westlich anmutet, funktioniert vieles ganz anders. Verstärkt wird dieses Empfinden von meinem fehlenden Kommunikationsmöglichkeiten. Mein spanisch Wortschatz führt nicht weit über „que tal?“ und „muy bien“. Und schon setzt der alltägliche Tropenregen ein. Es ist Regenzeit und das Wetter ist absehbar. Ich fühle mich gut, die vielen Eindrücke und Gedanken besetzen jedoch sprichwörtlich mein Denkapparat.. . Normalerweise geht Denise nicht alleine in die Stadt. Dort stinkt es, ist dreckig und gefährlich. Doch füer mich macht sie eine Ausnahme, wir besuchen den lokalen Markt, das Goldmuseum und erkunden die Stadt. Ab Freitags hat dann auch Ueli frei. Im Jazz Cafe gehen wir an ein grandioses Ska Punk Reaggae Konzert. Die Stimmung ist super… rund um mich schreit das Publikum der wohl bekannten Band deren Texte in die Luft. Es wird getanzt und gepogt. Schon ist Samstag. Wir gehen auf den Poaz, einen bekannten Vulkan bei San Jose. Dank des schlechten Wetters sieht man jedoch nicht einmal bis zum Krater. Weiter gehts in einen Wasserfallpark mit integriertem Zoo. Erstmals treffe ich in Costa Rica auf Artgerechte Haltung. Aehnlich wie in der Masoala Halle muss man die Tiere Hier suchen. Die Energie des Regenwaldes schwapt ueber. Morgen geht es weiter nach Tamarindo, hasta luego..

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